Ausgabe 1 (KW 16)

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Ausgabe 1 (KW 16)

In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns mit den relevantesten Dingen, die aktuell gerade anstehen:

These der Woche:

„Marktplätze verändern sich gerade nicht über Features.
Sondern über Nachfrage, Logistik und Systeme.“

Diese Ausgabe

01 Marktplatz der Woche: Xiaohongshu / RedShop

02 TikTok Shop – 1 Jahr Deutschland

03 eBay Live & Video Ads

04 Temu: Sourcing-Geheimnis gelüftet

05 Amazon: FBA-Zuschlag, FCF, Multipacks, Prime Day, Quick Commerce

06 Chance der Woche

Marktplatz der Woche:

Plattform: Xiaohongshu (Red / Little Red Book)
Produkt: Redshop (Cross-Border E-Commerce Plattform)

Launch:
→ geplant für Juni 2026

Zielmärkte (Start):
→ USA
→ UK
→ Australien

Falls Du bereits in UK verkaufen solltest, könnte das durchaus spannend sein, denn:

  • ~300–350 Mio. Monthly Active Users
  • ~600 Mio. tägliche Suchanfragen
  • ~70 % weiblich
  • ~70 %+ unter 30 Jahre
  • Hoher Anteil aus urbanen, kaufkräftigen Regionen

Spannendes Nutzerverhalten:

  • Überdurchschnittliche Kaufkraft (~2,5–3× höher)
  • Sehr hoher Fokus auf Produktsuche & Inspiration
  • Starke Nutzung vor Kaufentscheidungen
  • Kategorien: Beauty, Fashion, Lifestyle, Travel

Commerce & Performance

  • Hoher Anteil wiederkehrender Käufer (~80 %+ Retention)
  • Überdurchschnittliche Warenkorbwerte
  • Stark wachsender Anteil Premium- und Nischenprodukte
20 Mrd. USD GMV jährlich

Umsatz

  • ~4–5 Mrd. USD Jahresumsatz
  • Wachstum ~30 % jährlich

Revenue Mix:

  • ~60–75 % Advertising
  • ~25–30 % E-Commerce
  • ~5–10 % Brand Kooperationen

Plattform-Logik

  • Kombination aus Social, Search und Commerce
  • Content („Notes“) als zentraler Einstieg
  • Kaufentscheidungen entstehen über Vertrauen & Empfehlungen
  • Journey: Content → Interaktion → Nachfrage → Kauf

Auch wenn Redshop erstmal nicht in Deutschland startet sehen wir gerade wie viel am Markt passiert.

--> Erkenne die Chancen außerhalb von Europa für Dein Geschäft und versuche Dich breiter aufzustellen. (Mehr dazu in der nächsten Woche)

TikTok im Recap (1 Jahr Deutschland):

Schaut man sich die Zahlen an, versteht man TikTok nicht über Schlagzeilen, sondern über Mechanik.

700 Mio. € Umsatz und Top 15 in Deutschland klingt nach Wachstumsgeschichte, aber die eigentliche Veränderung liegt eine Ebene tiefer.

Der durchschnittliche Warenkorb ist niedriger, gleichzeitig steigt die Anzahl der Käufe deutlich. Genau hier bricht das klassische E-Commerce-Denken.

Während im traditionellen Modell alles auf höhere Warenkörbe, Conversion-Optimierung und Listing-Qualität ausgerichtet ist, verschiebt TikTok den Hebel. Der Bedarf kommt nicht mehr zuerst, er entsteht im Feed.

Das ist kein Detail, sondern ein struktureller Unterschied. Amazon funktioniert als Pull-System, der Kunde kommt mit einer klaren Absicht.

TikTok ist ein Push-System, die Plattform erzeugt diese Absicht überhaupt erst. Und damit verändert sich auch die Art, wie Umsatz entsteht. Nicht durch bessere Produktdarstellung, sondern durch wiederholte Nachfrageimpulse.

Das Ergebnis sind mehr Käufe pro Nutzer, höhere Frequenz und am Ende mehr Gesamtumsatz, trotz kleinerer Warenkörbe.

Wer das System versteht, optimiert nicht mehr nur Produkte, sondern Nachfrage. Wer es nicht versteht, bleibt im alten Modell und wundert sich über stagnierende Performance.

--> Gerade im Zeitalter von Claude, ChatGPT, Gemini & Co. wird Content kein Engpass mehr sein.
Wenn Du TikTok Shop ernsthaft spielen willst, brauchst Du keine Ideen.
Du brauchst Umsetzung.

eBay:

eBay Live und Video Ads

Seit heute gibt es Video in eBay Premium-Anzeigen. Das wirkt auf den ersten Blick wie ein neues Feature, ist aber vor allem ein logischer nächster Schritt. eBay investiert aktuell stark in eBay Live, also in Formate, in denen Produkte nicht mehr nur gezeigt, sondern erlebt werden. Video ist dafür die Grundlage.

Hier ein paar Insights von eBay zum Thema Live-Shopping.

Vor diesem Hintergrund macht die Integration in Anzeigen absolut Sinn. Produkte lassen sich besser erklären, Funktionen werden greifbarer und Vertrauen entsteht schneller. Gerade bei erklärungsbedürftigen Artikeln kann das die Entscheidung deutlich erleichtern.

Trotzdem bleibt die Struktur unverändert. eBay ist weiterhin ein suchbasiertes System. Nachfrage entsteht nicht durch den Content selbst, sondern ist bereits vorhanden. Video verbessert die Darstellung innerhalb dieses Systems, verändert aber nicht, wie Nachfrage generiert wird.

Das bedeutet: Du erklärst besser, präsentierst stärker und kannst Conversion verbessern. Aber du bewegst dich weiterhin in einem Modell, in dem der Kunde aktiv sucht.

Und genau hier zeigt sich die eigentliche Einordnung: Video ist für eBay kein neuer Kanal, sondern eine konsequente Weiterentwicklung im bestehenden System – getrieben durch den steigenden Fokus auf Formate wie eBay Live.

Video-Anzeigen | Verkäuferportal

Übrigens: Wenn Du aktuell nicht auf eBay verkaufst oder länger nicht aktiv warst, kann sich ein Blick lohnen.

Ich habe die Möglichkeit, Dir ein Start-Paket zu geben:
3 Monate gratis + 0 % Verkaufsprovision.

Wenn das für Dich relevant ist, schreib mir einfach eine kurze Mail.

Wichtig an der Stelle:
Dieser Newsletter finanziert sich über Mitglieder.
Ich erhalte dafür keinerlei Provisionen oder Affiliate-Vergütungen.

TEMU:

Sourcing auf TEMU leicht gemacht.

Geheimnis gelüftet: Temu zeigt keine periodischen Verkaufszahlen.

Viele Produktsucher interpretieren die Zahlen falsch.
Sie gehen davon aus, dass die angezeigten Verkäufe den gewählten Zeitraum widerspiegeln.

Tun sie nicht.

Der Zeitraum beeinflusst ausschließlich das Ranking.
Also welche Produkte oben erscheinen.

Nicht die Verkaufszahl selbst.

Diese bleibt unverändert.
Egal ob 30 Tage, 14 Tage oder 7 Tage.

Ich habe das bewusst getestet.
Gleiche Kategorie, unterschiedliche Länder, identische Ergebnisse.

Die Zahlen ändern sich nicht.
Nur die Reihenfolge.

Und genau hier liegt der entscheidende Punkt:

Was wie aktuelle Nachfrage aussieht, ist in Wahrheit kumulierte Historie.

Das hat direkte Auswirkungen auf Produkt-Research.

Denn viele lesen aus diesen Zahlen Trends heraus,
die so gar nicht existieren.

Was du tatsächlich siehst, ist:

Welche Produkte insgesamt gut performt haben.
Nicht, welche aktuell Momentum haben.

Der Filter zeigt dir Gewinner.
Aber nicht, wann sie gewonnen haben.

Und genau das ist der Unterschied zwischen:

Daten lesen
und Daten verstehen.

https://www.temu.com/de/channel/best-sellers.html?filter_items=1%3A1&scene=home_title_bar_recommend&refer_page_el_sn=201341&refer_page_name=home&refer_page_id=10005_1776241884394_xvyp40v6wg&refer_page_sn=10005&_x_sessn_id=jpqo0ipm8l

Jetzt recherchieren – aktuelle Anlässe:

Muttertag (10. Mai 2026)
→ einer der stärksten Geschenk-Anlässe im Jahr
→ Kategorien:
→ Beauty
→ Schmuck
→ Home & Deko
→ Personalisierte Produkte

Vatertag / Christi Himmelfahrt (14. Mai 2026)
→ stark in Deutschland
→ Kategorien:
→ Alkohol
→ Grillen
→ Outdoor
→ Fun / Gadgets

Pfingsten (24. Mai 2026)
→ Reise / Outdoor / Freizeit
→ weniger Geschenk, mehr Nutzung

Amazon:

1) FBA Preise werden angepasst

Und jetzt der entscheidende Blick in die USA: Dort liegt der vergleichbare Zuschlag aktuell bei 3,5 %. Europa startet also bei 1,5 %, weniger als halb so hoch. Das klingt erstmal beruhigend. Sollte es aber nicht. Denn die USA sind in der Regel der Vorreiter. Was dort heute Standard ist, kommt hier morgen. Wer die Entwicklung der letzten Jahre kennt, weiß: Amazon testet in einem Markt, skaliert dann global. Der europäische Zuschlag ist kein Endpunkt, er ist ein Anfang.

Was das konkret bedeutet: Wer heute bei 1,5 % noch komfortabel kalkuliert, sollte seine Marge bereits auf 3,5 % durchrechnen. Nicht weil es morgen so kommt. Sondern weil du dann keine böse Überraschung erlebst wenn es so kommt.

2) FCF pausiert

Still und heimlich hat Amazon zum 7. Januar 2026 sein Flexibles Kundenfinanzierungs-Programm in Deutschland ausgesetzt. Frankreich, Italien, Spanien und UK laufen weiter. Deutschland pausiert, mit dem Versprechen eines neuen Programms in der zweiten Jahreshälfte 2026.

Formal eine Programmpause. Strategisch ein Eingriff in die Nachfrage.

Was FCF geleistet hat, wird erst jetzt sichtbar wo es fehlt. Das Programm hat den Preis nicht günstiger gemacht, sondern leichter zu verdauen. Null Prozent Jahreszins, Ratenzahlung, Risiko beim Anbieter. Das Ergebnis war messbar höhere Conversion bei hochpreisigen Produkten.

Jetzt fällt das weg. Weniger finanzierte Käufe, höhere Preissensibilität, potenziell sinkende Conversion, obwohl sich am Produkt nichts verändert hat.

Der entscheidende Punkt: Nicht dein Preis bestimmt die Nachfrage.

Sondern die Zahlungslogik dahinter. Wenn Finanzierung fehlt, wirkt derselbe Preis wieder absolut und der Kauf wird hinterfragt oder verschoben.

Amazon testet hier kein Feature. Amazon testet Kontrolle über Nachfrage. Wer die Finanzierung kontrolliert, kontrolliert die Conversion. Was das neue Programm bringt ist offen.

Die richtigen Fragen:

Wer trägt künftig das Risiko? Wird es teurer? Wird es stärker gesteuert?

Was heißt das jetzt konkret für dich?

Wenn du bisher über FCF finanzierte Käufe hattest, hat dich das mindestens 2 % Amazon-Gebühr gekostet. Diese 2 % sind jetzt weg, du sparst sie. Die Frage ist was du damit machst.

Mein Rat: Gib sie weiter. Nicht als stille Marge, sondern als sichtbaren Vorteil für den Käufer. Ein gezielter Rabatt, ein Gutschein, ein Preisvorteil im Bundle, irgendetwas das die fehlende Finanzierungsoption kompensiert und die Kaufentscheidung trotzdem einfach macht.

Die Kaufkraft deiner Kunden hat sich nicht verbessert weil FCF pausiert. Sie haben nur eine Möglichkeit verloren, größere Beträge leichter zu verdauen. Wer das aktiv auffängt, verliert weniger Conversion als der Wettbewerb der einfach abwartet.

Conversion wird nicht nur optimiert. Sie wird konstruiert.

Link: https://sellercentral.amazon.de/ofs/seller?ref_=xx_fcf_dnav_xx

Buy Now Pay Later:

Wie sehen die Zahlen aus?

Nutzung

  • 33 % Nutzung (letzte 6 Monate)
  • 20–25 % aktive Nutzung im E-Commerce
  • 59 % Nutzung bei Gen Z
  • 65 % Gen Z plant höhere Nutzung

Umsatzanteil

  • 5–7 % Anteil am Online-Umsatz
  • 6,6 % Peak (Black Friday)

Marktvolumen

  • ~25 Mrd. € Deutschland
  • ~60–65 Mrd. € inkl. Forecast
  • ~191 Mrd. USD Europa

Transaktionen / Kredite

  • ~50 % <1.000 €
  • Großteil der Nutzung <200 € pro Kauf
10 Mio. neue Ratenkredite pro Jahr

Warenkategorien

  • Elektronik (höchster Anteil)
  • Fashion
  • Möbel / Einrichtung

Kaufverhalten

  • +20–30 % höhere Conversion bei Nutzung
  • +30–50 % höherer Warenkorb
  • Nutzung steigt mit Warenkorbwert

Zahlungsstruktur im E-Commerce (DE)

  • Rechnungskauf: ~25–30 %
  • PayPal: ~20–25 %
  • BNPL / Ratenkauf: ~5–7 %
  • Kreditkarte: ~10–15 %

International Vergleich

  • USA BNPL Anteil: ~8–10 %
  • UK: ~10–12 %
  • Deutschland: ~5–7 %

Zeitliche Entwicklung

  • +10–15 % Wachstum p.a.
  • stärkste Peaks:
    → Black Friday
    → Weihnachten

Schaut man sich die Zahlen an, ist Ratenkauf kein Feature.
Sondern Teil des Geschäftsmodells.

3) Amazon baut dein Sortiment um – ohne dich zu fragen.

Amazon erstellt automatisch virtuelle Mehrfachpackungen aus deinem FBA-Bestand. Neue ASIN, neue SKU, kein neues Lager.

Ab 27. April sind alle Multipacks die du nicht gelöscht hast sichtbar und kaufbar.

Das Problem: deine Produkte konkurrieren plötzlich mit sich selbst.

Einzelartikel gegen Multipack, gleiche Buy-Box-Logik, gleiches Sichtbarkeitsbudget.

Und Multipacks brauchen einen Preisvorteil, ohne aktive Steuerung schrumpft dein Preisanker.

Richtig genutzt steigen Average Order Value und Bestandsrotation.

Falsch genutzt oder ignoriert – kostet es dich Marge.

Der Unterschied liegt darin, wer entscheidet.

4) Prime Day Vorbereitungen

Recap 2025:

Wie immer gilt, macht es für Dich Sinn die Gebühren für den Prime Day zu zahlen?

Für den Prime Day 2026 bleibt die performance-basierte Gebührenstruktur bestehen.

In Deutschland liegt die Vorabgebühr bei 16 € pro Werbeaktion, ergänzt um eine variable Gebühr von 0,75 % auf den Aktionsumsatz, gedeckelt bei 1.000 €. Im Vereinigten Königreich beträgt die Vorabgebühr 12 GBP bei ebenfalls 0,75 % variabler Gebühr und einem Cap von 600 GBP.

In Frankreich, Italien und Spanien liegt die Vorabgebühr bei jeweils 10 €, die variable Gebühr bei 0,5 % und der Deckel bei 300 €.

Die Gebühren gelten pro Werbeaktion, unabhängig davon, ob es sich um „Bestes Angebot“, „Blitzangebote“ oder „Prime-exklusive Rabatte“ handelt, und werden im Voraus berechnet. Gleichzeitig setzt Amazon klare Anreize für frühzeitige Planung: Wer seine Angebote bis zum 30. April 2026 einreicht, erhält 30 % Rabatt auf die Vorabgebühr.
Mindestrabatt: 5% auf niedrigsten Preis der letzten 30 Tage

Auch operativ gibt es feste Rahmenbedingungen. Für Versand durch Amazon müssen Bestände bis spätestens 27. Mai 2026 im Lager eingehen, um eine rechtzeitige Prime-Kennzeichnung sicherzustellen. Spätere Anlieferungen sind zwar möglich, bergen jedoch das Risiko, dass Produkte nicht mehr rechtzeitig für das Prime-Event berücksichtigt werden.

POV: Prime Day entscheidet sich vor dem Prime Day.

Heißt konkret: Checkt frühzeitig euren Lagerbestand – und vor allem den einsendbaren Lagerbestand. Denn was nicht im System ist, kann nicht verkauft werden.
👉 https://sellercentral.amazon.de/inventory-performance/dashboard?ref=fbacentral_nav_fba

Plant eure Ads nicht erst zum Event, sondern davor. Hebt euer Budget bereits 14–21 Tage vorher an, um Ranking und Sichtbarkeit aufzubauen. Wer erst am Prime Day startet, zahlt nur höhere Klickpreise ohne Vorbereitung.

Neben Lagerbestand und Ads gibt es ein paar Hebel, die viele unterschätzen:

Plant eure Deal-Architektur bewusst.
Nicht jedes Produkt braucht einen Deal. Nutzt Deals für Traffic-Produkte und verdient am Warenkorb.

Denkt in Hero-SKUs.
Ein Produkt zieht die Sichtbarkeit. Der Rest monetarisiert sie.

Baut eure Rezensionen vorher auf.
Prime Traffic auf schwache Listings ist verbranntes Geld.

Checkt eure Buy Box Stabilität.
Immer wieder erlebt, dass in Varianten einzelne Childs keine BuyBox hatten und damit die CR gekillt haben.

Optimiert eure Coupons zusätzlich zu Deals.
Die Kombination erhöht die Klickrate sichtbar – gerade mobil.

Plant eure Preisstrategie vor und nach dem Event.
Wer nur kurzfristig runtergeht, verliert danach Ranking.

Nutzt Varianten clever.
Traffic auf eine starke Parent-ASIN ziehen und über Varianten streuen.

Bereitet eure Retargeting-Logik vor.
DSP oder externe Kanäle können nach dem Event deutlich effizienter werden.

Checkt eure Lagerverteilung (Pan-EU / EFN).
Lieferzeit ist Conversion.

Denkt an eure Profitabilität nach Ads.
Viele skalieren Umsatz, aber nicht Deckungsbeitrag.

Und ein Punkt, den viele komplett ignorieren:

Prime Day ist ein Ranking-Event.

Was ihr dort gewinnt, arbeitet Wochen weiter.
Oder ihr verliert und zahlt danach doppelt, um es zurückzuholen.

5) Gebühren für digitale Dienstleistungen (seit 20.03.2026)

Seit dem 20. März 2026 erhebt Amazon eine zusätzliche Gebühr für digitale Dienstleistungen, abhängig davon, in welchem Land dein Unternehmen sitzt und in welchem Store du verkaufst.

Gerade wenn Ihr im Ausland verkauft:

  • Der Benzinzuschlag (EU 1,5% = USA 3,5%)
  • + Gebühr für digitale Dienstleistungen

6) Keine Kreditkarten mehr für Ads?

Amazon stellt klar:
An den Zahlungsmethoden für Werbung ändert sich nichts.
Kreditkarte, Debitkarte und Rechnung bleiben wie gewohnt nutzbar.

7) Die schnellen fressen die Langsamen

In meinen Augen aktuell die Möglichkeit gegenüber Wettbewerbern noch wirklich Boden gut zu machen:

Was ist eigentlich?

Quick Commerce ist eine Form des E-Commerce, bei dem Lieferungen innerhalb von Minuten oder Stunden getätigt werden. Bei diesem schnellen Online-Handel werden häufig vor allem Lebensmittel, Drogerieartikel oder Haushaltswaren versendet.

Wir sehen hier ganz klar, wie fokussiert Amazon darauf ist, den Speed zu erhöhen und weitere Rekorde brechen zu wollen.

Amazon investiert über 5 Milliarden Euro in Polen.
Und das ist kein klassischer Expansionsschritt, sondern ein Infrastruktur-Play.

Zwischen 2026 und 2028 sollen mehr als 5 Milliarden Euro in den Ausbau fließen. Gleichzeitig zeigt ein Blick auf den Markt, warum genau Polen im Fokus steht. Der E-Commerce-Umsatz lag 2025 bei rund 92 Milliarden Zloty, mit weiterem Wachstum von über 7 % in 2026. Dazu kommt eine Onlinepenetration von 78 % der Internetnutzer.

Das ist kein Emerging Market mehr, sondern ein funktionierendes, skalierbares System.

Die Aussage von Amazon passt genau dazu: Polen kombiniert wirtschaftliches Wachstum, technologische Reife und unternehmerische Dynamik. Genau diese Mischung macht das Land aus europäischer Sicht so relevant.

Was hier passiert, ist strukturell. Polen entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Knotenpunkt im europäischen E-Commerce. Nicht nur wegen der Nachfrage, sondern vor allem wegen Infrastruktur, Lage und Skalierbarkeit. Amazon hat bereits über 10 Milliarden Euro seit 2012 investiert und baut das Netzwerk mit weiteren Fulfillment-Strukturen konsequent aus.

Gleichzeitig bleibt ein Punkt entscheidend: Amazon ist nicht das dominierende System in Polen.

Diese Rolle hat weiterhin Allegro. Mit rund 70 Milliarden Zloty GMV, 15,3 Millionen aktiven Käufern und über 80 Millionen Angeboten ist Allegro für viele Konsumenten der Standard-Einstieg in den Onlinehandel. Das prägt das gesamte Marktverhalten.

Genau darin liegt die Relevanz für deutsche Händler. Polen ist kein Markt mit weniger Wettbewerb, sondern ein Markt mit echter Größe und gleichzeitig vorhandener Dynamik.

Für Seller bedeutet das aber auch: Polen ist kein Copy-Paste von Amazon.de. Wer dort erfolgreich sein will, muss verstehen, dass Amazon langfristig Marktanteile aufbauen wird, die aktuelle Kaufrealität aber stark von Allegro geprägt ist. Wer nur Amazon betrachtet, sieht nur einen Teil des Systems.

Spannend wird, was das konkret bedeutet: für PAN-EU-Strukturen, für die weitere Verdichtung von Fulfillment in CEE und für die Frage, wie stark Amazon künftig in Servicelevel wie Same-Day investiert.

Das Signal ist klar. Wer E-Commerce versteht, schaut nicht nur auf Plattformen, sondern auf Infrastruktur, Marktplatzmacht und Netzwerklogik.

Daher schaut bitte direkt mal auf Amazon:

Wir sehen was ein einziger Klick bewirken kann:

Von Mehr als 20.000 Treffern, jetzt nur noch 286 Ergebnisse.

Ist das nur eine Modeerscheinung?

Definitiv, Nein!

Amazon muss handeln:

Plattformen wie Temu und JoyBuy verschieben die Erwartungshaltung im Markt.
Kurze Lieferzeiten sind dort kein Differenzierungsmerkmal mehr, sondern Standard.

Und genau das erhöht den Druck auf bestehende Systeme.

Was früher ein Wettbewerbsvorteil war, wird zur Grundvoraussetzung.
Logistik wird nicht mehr optimiert, sie wird vorausgesetzt.

Das erklärt auch die Investitionen.

Es geht nicht nur um Wachstum.
Sondern darum, ein Servicelevel zu halten, das im Markt gerade neu definiert wird.

8) Chance der Woche:

Amazon testet ja kontinuierlich neue Verkaufserlebnisse ...

Als auch Ansichten und wir sehen hier, wie sich ein Seller "Award Winnig Seller" genannt hat. Das kann die Kaufentscheidung (weil der Seller) direkt angezeigt wird beeinflussen.

Denken wir jetzt einfach mal weiter darüber nach, kann es auch durchaus Sinn machen, bei 88% positiven Bewertungen Dich 100% positiv zu "nennen".

Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit.
Ich hoffe, Dir hat die erste Ausgabe gefallen.

Wenn Du Anregungen, Kritik oder eigene Perspektiven hast, schreib mir gerne:
michael@mi-commerce.expert

Liebe Grüße

Michael

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